Ist Argon ungiftig und für Menschen harmlos?

HochreinArgonund ultrareinArgonArgon ist ein Edelgas, das in der Industrie weit verbreitet ist. Es ist sehr reaktionsträge, brennt nicht und unterstützt keine Verbrennung. In der Luftfahrt-, Schiffbau-, Atom- und Maschinenbauindustrie wird Argon beim Schweißen von Spezialmetallen wie Aluminium, Magnesium, Kupfer und dessen Legierungen sowie Edelstahl häufig als Schutzgas eingesetzt, um die Schweißteile vor Oxidation oder Nitrierung durch Luft zu schützen.

Im Hinblick auf die Metallverhüttung sind Sauerstoff undArgonDas Einblasen von Argon ist eine wichtige Maßnahme zur Herstellung von hochwertigem Stahl. Der Argonverbrauch pro Tonne Stahl liegt bei 1–3 m³. Darüber hinaus wird Argon auch beim Schmelzen von Spezialmetallen wie Titan, Zirkonium und Germanium sowie in der Elektronikindustrie als Schutzgas benötigt.

Das in der Luft enthaltene Argon (0,932 %) hat einen Siedepunkt zwischen Sauerstoff und Stickstoff. Der höchste Argonanteil in der Mitte des Turms einer Luftzerlegungsanlage wird als Argonfraktion bezeichnet. Durch die Trennung von Sauerstoff und Stickstoff, die Extraktion der Argonfraktion und deren weitere Trennung und Reinigung lässt sich Argon als Nebenprodukt gewinnen. Bei Niederdruck-Luftzerlegungsanlagen können in der Regel 30 % bis 35 % des in der Prozessluft enthaltenen Argons als Produkt gewonnen werden (modernste Verfahren ermöglichen eine Steigerung der Argonausbeute auf über 80 %). Bei Mitteldruck-Luftzerlegungsanlagen beeinträchtigt die Expansion der in den unteren Turm eintretenden Luft den Rektifikationsprozess im oberen Turm nicht, wodurch eine Argonausbeute von etwa 60 % erreicht werden kann. Da das Gesamtvolumen der Prozessluft in kleinen Luftzerlegungsanlagen jedoch gering ist, ist die produzierbare Argonmenge begrenzt. Ob eine Argonextraktionsanlage erforderlich ist, hängt von den jeweiligen Gegebenheiten ab.

ArgonEs handelt sich um ein Inertgas, das dem menschlichen Körper direkt nicht schadet. Nach industrieller Nutzung können die entstehenden Abgase jedoch erhebliche gesundheitliche Schäden verursachen, darunter Silikose und Augenschäden.

Obwohl es sich um ein Inertgas handelt, ist es dennoch erstickend. Das Einatmen großer Mengen kann zum Ersticken führen. Der Produktionsbereich muss daher gut belüftet sein, und Techniker, die mit Argon arbeiten, sollten sich jährlich einer arbeitsmedizinischen Untersuchung unterziehen, um ihre Gesundheit zu gewährleisten.

ArgonArgon selbst ist ungiftig, wirkt aber in hohen Konzentrationen erstickend. Ab einer Argonkonzentration von 33 % in der Luft besteht Erstickungsgefahr. Bei über 50 % treten schwere Symptome auf, und ab 75 % kann es innerhalb weniger Minuten zum Tod kommen. Flüssiges Argon kann Hautreizungen verursachen und Augenkontakt kann Entzündungen hervorrufen.


Veröffentlichungsdatum: 01.11.2021