Nach der Kernfusion spielt Helium III in einem weiteren zukünftigen Forschungsfeld eine entscheidende Rolle.

Helium-3 (He-3) besitzt einzigartige Eigenschaften, die es in verschiedenen Bereichen, darunter Kernenergie und Quantencomputing, wertvoll machen. Obwohl He-3 sehr selten ist und seine Herstellung eine Herausforderung darstellt, birgt es großes Potenzial für die Zukunft des Quantencomputings. In diesem Artikel beleuchten wir die Produktionskette von He-3 und seine Verwendung als Kältemittel in Quantencomputern.

Herstellung von Helium 3

Helium-3 kommt auf der Erde schätzungsweise nur in sehr geringen Mengen vor. Der größte Teil des Helium-3 auf unserem Planeten stammt vermutlich aus der Sonne und von anderen Sternen; es wird auch angenommen, dass es in geringen Mengen im Mondboden vorhanden ist. Die weltweite Gesamtmenge an Helium-3 ist zwar unbekannt, wird aber auf einige hundert Kilogramm pro Jahr geschätzt.

Die Herstellung von Helium-3 ist ein komplexer und anspruchsvoller Prozess, bei dem Helium-3 von anderen Heliumisotopen getrennt wird. Hauptsächlich wird es durch Bestrahlung von Erdgasvorkommen gewonnen, wobei Helium-3 als Nebenprodukt entsteht. Dieses Verfahren ist technisch anspruchsvoll, erfordert Spezialausrüstung und ist kostspielig. Die hohen Produktionskosten haben die breite Anwendung von Helium-3 bisher eingeschränkt, und es bleibt ein seltener und wertvoller Rohstoff.

Anwendungen von Helium-3 im Quantencomputing

Quantencomputing ist ein aufstrebendes Forschungsgebiet mit enormem Potenzial, Branchen von Finanzen und Gesundheitswesen bis hin zu Kryptographie und künstlicher Intelligenz zu revolutionieren. Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung von Quantencomputern ist der Bedarf an einem Kühlmittel, um die Quantenbits (Qubits) auf ihre optimale Betriebstemperatur zu kühlen.

Helium-3 hat sich als hervorragende Wahl zur Kühlung von Qubits in Quantencomputern erwiesen. Helium-3 besitzt mehrere Eigenschaften, die es ideal für diese Anwendung machen, darunter sein niedriger Siedepunkt, seine hohe Wärmeleitfähigkeit und seine Fähigkeit, auch bei tiefen Temperaturen flüssig zu bleiben. Mehrere Forschungsgruppen, darunter Wissenschaftler der Universität Innsbruck in Österreich, haben den Einsatz von Helium-3 als Kühlmittel in Quantencomputern demonstriert. In einer in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichten Studie zeigte das Team, dass Helium-3 die Qubits eines supraleitenden Quantenprozessors auf eine optimale Betriebstemperatur kühlen kann und damit seine Effektivität als Kühlmittel für Quantencomputer unter Beweis stellt.

Vorteile von Helium-3 im Quantencomputing

Die Verwendung von Helium-3 als Kühlmittel in Quantencomputern bietet mehrere Vorteile. Erstens sorgt es für eine stabilere Umgebung für Qubits, wodurch das Fehlerrisiko sinkt und die Zuverlässigkeit von Quantencomputern verbessert wird. Dies ist besonders wichtig im Bereich des Quantencomputings, wo selbst kleine Fehler erhebliche Auswirkungen auf das Ergebnis haben können.

Zweitens besitzt He-3 einen niedrigeren Siedepunkt als andere Kältemittel, wodurch Qubits auf niedrigere Temperaturen gekühlt werden können und effizienter arbeiten. Diese gesteigerte Effizienz könnte zu schnelleren und genaueren Berechnungen führen und He-3 somit zu einer wichtigen Komponente bei der Entwicklung von Quantencomputern machen.

Schließlich ist He-3 ein ungiftiges, nicht brennbares Kältemittel, das sicherer und umweltfreundlicher ist als andere Kältemittel wie flüssiges Helium. In einer Welt, in der Umweltaspekte immer wichtiger werden, bietet der Einsatz von He-3 im Quantencomputing eine umweltfreundlichere Alternative und trägt dazu bei, den CO₂-Fußabdruck dieser Technologie zu reduzieren.

Herausforderungen und Zukunft von Helium-3 im Quantencomputing

Trotz der offensichtlichen Vorteile von Helium-3 (He-3) im Quantencomputing stellen Produktion und Versorgung mit He-3 weiterhin eine große Herausforderung dar, die mit zahlreichen technischen, logistischen und finanziellen Hürden verbunden ist. Die Herstellung von He-3 ist ein komplexer und kostspieliger Prozess, und die verfügbaren Mengen des Isotops sind begrenzt. Darüber hinaus ist der Transport von He-3 vom Produktionsort zum Endverbrauchsort eine anspruchsvolle Aufgabe, die die Lieferkette zusätzlich verkompliziert.

Trotz dieser Herausforderungen machen die potenziellen Vorteile von He-3 im Quantencomputing es zu einer lohnenden Investition, und Forscher und Unternehmen arbeiten weiterhin an der Realisierung seiner Produktion und Anwendung. Die fortlaufende Entwicklung von He-3 und dessen Einsatz im Quantencomputing versprechen eine vielversprechende Zukunft für dieses schnell wachsende Forschungsgebiet.


Veröffentlichungsdatum: 20. Februar 2023